Frohes Neues, Erinnerungen an Rhodos und optimistisch bleiben

Das Jahr 2022 ist da! Und mit ihm ein großer politischerWandel. Das erste Jahr, seit 16(!) Jahren, in dem Angela Merkel nicht dieNeujahransprache gehalten hat, sondern Olaf Scholz. Ansonsten scheint sichnicht sonderlich viel geändert zu haben. Corona geht in die vierte Runde, Kontaktbeschränkungensind aufs Neue da und die Seminare im Europahaus sind für die ersten Monate erneutabgesagt worden. Das ist traurig und schade. Wir blicken nach vorn in denApril, Mai, Juni und Juli. Dann finden hoffentlich viele Seminare statt und dasHaus wird von jugendlichem Leben erfüllt sein. Hoffentlich. Der Blick nachvorne bleibt weiterhin ungewiss. Je nachdem, wie sich Zahlen und politischeVerordnungen entwickeln. Dann tut manchmal ein Blick zurück in die Vergangenheit,ganz gut. Nicht weit, nur etwa drei Monate. Da war das Studienleitungsteam (KarstenLucke, Anselm Sellen und ich) im Rahmen eines Erasmus+ Projektes auf Rhodos.Besonders bei diesem verregneten Wetter ist der Gedanke an ein 26 - 29°C warmesRhodos sehr angenehm. Strategische Partnerschaften leben hoch! Wir waren abernicht wegen des guten Wetters und der Sonne da, sondern weil es um das GiraProjekt ging. Gira steht für „Green Initiatives in Rural Areas“ also Grüne/Nachhaltige Alternativen in ländlichen Gebieten. Im Kern soll es darum gehensich in den Partnerländern zu informieren, welche nachhaltigen Strategienentwickelt oder bereits gelebt werden und diese in einem „Green Manual“festzuhalten. Erfahrungen und Ideen auszutauschen und für Interessierte leichtzugänglich zu machen, vielleicht sogar im eigenen Land einzuführen. Im bestenFalle steuern wir so der Klimakatastrophe entgegen. Außer Griechenland undDeutschland gibt es noch 4 weitere Partner: Frankreich, die Niederlande, Polenund Schweden. Das Projekt sollte bereits vor 2 Jahren starten, was sichaufgrund von Corona verzögerte. Der erste Besuch fand dann aber doch noch inRhodos statt. Unsere Gruppe bestand aus 28 Personen je vier Delegierte proLand.  Die Delegationen setzten sichzumeist aus Studienleiter*innen, aus den teilnehmenden Europahäusern/Bildungseinrichtungenund “grünen Expert*innen“ zusammen. Wir hatten beispielsweise Helena Frinkdabei, sie ist die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Verbandsgemeinde BadMarienberg. Und sie staunte nicht schlecht über die riesige Solaranlage auf derkleinen Insel Chalki Island, die inzwischen in Betrieb sein sollte und die ganzeInsel mit nachhaltigem Strom versorgt. Und das kostenfrei, als Anreiz dafür,dass die Einwohner weiterhin auf der Insel wohnen bleiben. Auch hier ist „Landflucht“ein Thema. Jüngere Menschen zieht es in die Städte, da es dort mehrArbeitsmöglichkeiten und Perspektiven gibt. Ein weiteres Problem was uns insbesondereauf Rhodos auffällt: Plastikmüll. Schaut man links und rechts ist es schonerstaunlich, dass trotz der mauen Touristensaison so viel Müll herumliegt.Einer unserer Guides erklärt uns, dass es in diesem Fall nicht die Schuld der Touristensei (obwohl die Hotels zu den größten Müllproduzenten der ganzen Insel gehören)sondern insbesondere die Einheimischen keine Gedanken an die Vermüllungverschwendeten. Zwar existieren Initiativen bei denen bspw. im 1-2 Wochentakt Schulklassendie verschiedenen Gegenden von Müll befreien, doch wenn sie das nächste Mal wiederkommen,können sie von vorne beginnen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Was bleibt,ist die Hoffnung. Aegan Ecoplastics ist ein junges Startup, das von zweiengagierten Frauen gegründet wurde, die die (Un-)Mengen an Plastik sammeln, recycelnund wiederverwenden werden. Sie wollen eine Art Plastikfliesen daraus pressen,die unglaublich haltbar und widerstandsfähig sein sollen. Daraus können beispielsweiseMöbel oder auch Küchenverkleidungen hergestellt werden. Denn sie haben durchausRecht: Plastik ist eine nicht zu unterschätzende Ressource, dieverantwortungsvoll genutzt werden muss und nicht unsere Meere und Flächenvergiften darf. Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber wenn wir wollen undetwas tun, dann können wir die Klima-und Umweltkrise noch abwenden.  Deswegen ist das Gira-Projekt so wichtig. Wirkönnen uns gegenseitig inspirieren und miteinander arbeiten. Wer mehr über dasProjekt erfahren möchte, ist herzlich eingeladen mal auf der Website vorbeizuschauen:

http://ruralareas.eu

In diesem Sinne wünsche ich ein gesundes und wundervolles neues Jahr!

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