Die EHM Coronalen: Teil 5 "Ausrichtung"

Wir haben - fürs Erste - alles nötige und mögliche getan, um möglichst proaktiv auf den kompletten Ausfall aller Seminare unseres Halbjahres zu reagieren. Jetzt sitzen wir in unseren Home-Offices und harren der Dinge die da kommen mögen und die wir selbst nur noch sehr bedingt in den eigenen Händen halten. Ein nerviges und nervenzehrendes Geduldsspiel.

Gleichzeitig ist es schön, dass wir uns gerade sehr ausgiebig mit der Ausrichtung und den Konzeptionen künftiger Projekte beschäftigen können und sie nicht zwischen Seminartür und Projektangel erarbeiten müssen. Es ist ein großes Vorrecht, Projekte in Tiefe denken und auf tragfähige storytelling-Beine stellen zu können. Das war in den letzten Jahren nicht immer so.

Und es ist gut und wichtig, dass wir uns gerade die Zeit nehmen können, um uns selbst zu hinterfragen und zu erweitern bzw. unsere Ansprüche an uns selbst und unsere Arbeit nochmal neu zu formulieren: Was bedeutet für uns politische Bildung? Was wollen wir jungen Menschen mit auf den Weg geben? Wo wollen wir sie hinführen? Wie Digital wollen wir werden? Welche Themen werden für die Bildung und Gesellschaft im Anthropozän künftig wichtig?

Erst kürzlich sind mir die eigentlichen Bedeutungen der Worte "Bildung" und "Edukation" noch einmal über den Weg gelaufen. Das Wort "Bildung" kommt aus dem Althochdeutschen und ist eng mit den Begriffen "Vorstellung" und "Vorstellungskraft" verbunden. Während das lateinische "educare" auch "herausführen" oder "wachsen lassen" bedeuten kann. Darüber denke ich nach und stelle mir die Frage, inwiefern unsere Projekte die Utopiefähigkeit der Jugendlichen stärken und wie wir dazu beitragen können, sie aus ihrer (selbstverschuldeten) Unmündigkeit herauszuführen bzw. herauszubegleiten?

Derzeit hoffen wir den Betrieb im Sommer wieder aufnehmen zu können und dann noch tiefer als zuvor wieder in unsere Arbeit einsteigen zu können.

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