Die EHM Coronalen: Teil 3 "Heimarbeit"

Jetzt sind wir also Heim-Offiziere: In unseren frisch gebügelten Schlafanzügen sitzen wir stramm und ungeduscht an unseren Küchentischen und arbeiten an unseren Anträgen, Berichten, Webseiten, Einreichungen etc. Wenn die Kanzlerin von Zuhause aus regieren kann, dann können wir das auch. Innerhalb von 72 Stunden sind wir von einem klassischen Büro zum radikalen Workspace mit innovativen Arbeitsbedingungen geworden. Wir sind das Google der politischen Bildung.

Der Weg ins Büro hat mich heute morgen genau 3,5 Sekunden gekostet. Ich bin umgeben von meinen heimischen vier Wänden und die Kaffeetassen hier sind auch schöner als die im Büro. Zähne putzen? Vielleicht in der Mittagspause. Vielleicht auch nicht. Who cares?

In unseren Whatsapp-Chat tauschen wir Notwendiges und Überflüssiges aus. Die erste Video-Konferenz findet um 11.45 Uhr statt. Es ist schön, die KollegInnen in ihren privaten Umfeldern zu sehen. Das hat eine neue Qualität. Die derzeitige Krise tut Beides: Sie bringt uns auseinander und dabei näher zusammen. Der Zugriff auf den Server funktioniert reibunsglos. Die meiste Zeit. Kleinere Wutausbrüche

Jetzt zahlt es sich aus, dass wir seit Jahren - einige seit Jahrzehnten - miteinander arbeiten. Wir vertrauen uns gegenseitig - auch wenn wir uns nicht sehen. Die Arbeit, die gemacht werden muss, wird erledigt. Darauf kann sich jeder voll verlassen. Wir alle sitzen im selben Boot... na ja, zur Zeit sitzen wir in unterschiedlichen Booten, dafür aber auf demselben Meer.

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